Allgemeines
Die Features werden ja überall standardmäßig angepriesen, deshalb will ich hier nicht so sehr darauf eingehen, sondern auf die Links unten verweisen.Im allgemeinen ist der SP-555 ein Desktopsampler für den nervenaufreibenden Liveeinsatz. Das De-Bug Magazin hat das alles schon gut beschrieben, was das Gerät alles kann.
Das Design des Samplers wird gern verhöhnt und in der Tat ist das Rot und Blau pulsierende "Bullauge" nicht unbedingt das Killerfeature, aber seis drum - man kann es gern ausschalten.
Auch ist der D-Beam Controller, welcher Fieptöne oder Filterparameter oder Samples mit einer Handbewegung einstreuen kann nicht wirklich „Magic“ - aber auch das muss man nicht nutzen.
Erfahrungen
Absolutes Pro ist in jedem Falle die Samplezeit, die mittels sehr streng definierter CF-Kartentypen erreicht werden kann. Nimmt man keine der empfohlenen SanDisk Speicherkarten erlebt man böse Überraschungen. Das ging soweit, das ich bei einem Systemupdate mit einer 0815 Karte das Gerät gekillt habe und der Kundendienst mir freundlicherweise das System wiederhergestellt hat. Also bitte nur den empfohlenen Kartentyp nutzen.Der CF Kartenslot ist eine der Schnittstellen, um wohlgeloopte Samples aus dem Audioprogramm seiner Wahl als Wav/Aiff Datei auf die SP-555 zu bekommen. Samples auf dem Gerät genau zu schneiden ist eher nicht so schön. Eine andere Möglichkeit ist der übliche Weg über den Audioinput oder Mikrofon (intern und extern) sowie über USB! Jawohl - das ist grandios. Der Sampler fungiert als „externe Soundkarte“ nachdem man die Treiber installiert hat und via USB verbunden ist, läuft der Sound vom Computer direkt in die SP-555.
Kein Verkabeln via analoger Ausgänge nötig, super! Aber wenn diese Schnittstelle existiert warum bitte schön ist es nicht möglich die Samples direkt auf den Sampler zu packen (und damit meine ich nicht in der Art wie es gängigerweise über den Audioinput geschieht, also Sample am Gerät aufzunehmen und zu schneiden)?
Dazu muss ich erst umständlich die CF Karte in den Rechner packen, Samples als Wav/Aiff auf der Karte speichern, Karte ins Gerät stecken, anschalten, importieren und abspielen. Alternativ dazu gibt es ein kleines Programm namens Wave Converter, welches die Samples gleich auf die ensprechenden Pads vom Computer aus legt. Trotzdem muss ich immer erst die Speicherkarte umherstecken. Das ist absolut umständlich.
Die Verbindung zum eigenen Computer ist also via USB möglich, aber nur so halb. Sinnvoller und nutzerfreundlicher wäre es doch, wenn das Gerät auch als Massenspeicher erkannt werden würde, um die Samples direkt ins Gerät zu speichern? Stattdessen ist die USB Verbindung eben nur als Audiointerface zu nutzen. Aber das ist auch schonmal sehr gut, weil eben aus dem Programm meiner Wahl die Sounds direkt in den Sampler gehen und dort mit Effekten belegt werden können und bei Bedarf auch Live gesampled werden können.
Um noch kurz bei der CF Karte zu bleiben. Samples können vom SP-555 auch auf die CF Karte exportiert werden. Das ist nicht übel um seine Liveaktionen am Rechner weiterzuverwenden.
Loop Capture verspricht wie gesagt, im Liveeinsatz zu samplen. Dazu spielt man ein paar Loops vom Sampler und alles was zu hören ist, inkl. Audioinput (über USB oder Cinch) kann "Live" gesampled werden. Das erinnert an den Digitech JamMan nur leider in der Praxis doch etwas weit davon entfernt. Das funktioniert zwar gut, geht aber nicht ohne Unterbrechungen des Streams, wenn man das eben aufgenommene auf einen Pad legen will. Da ist der Flow raus, weil dann erstmal alles still ist solange das Sample auf den gewählten Pad „aufgenommen“ wird.
Was gibt es noch zu sagen? Die Effektsektion ist super. Die Effekte sind sehr offensiv und können den Sound ordentlich verbiegen. Erwähnt sei hier der BPM Looper, welcher kurze Sequenzen aus dem Sample loopt, wie man das von VST-Plugins wie dem SupaTrigga ansatzweise kennt. Das tolle ist, dieser, wie jeder Effekt lässt sich auch auf den Liveinput (via USB) anwenden. Weitere Effekte sind diverse Filter, Tape Echo, Reverse, Distortion in Kombination mit Filtern oder Panning und ein paar Sounds wie AM Radio Tuning, Vinyl Simulation (Plattenknistern und -eiern), Bit Crasher, die jedoch eher vorsichtig eingesetzt werden sollten, weil das nervt auch schnell bzw. hört man das schnell raus.
Leider lässt sich nur ein Effekt verwenden, bei Bedarf muss man die Loops mit Effekt „resamplen“ - nicht so prickelnd, aber ist eben so. Jedem Effekt stehen 3 regelbare Parameter zur Verfügung. Da sich das Gerät eher an rhythmischer Musik/Soundsgeneration orientiert sind alle Zeitparameter Teile der aktuellen BPM Einstellung des Samples/Loop. Zum einen ist es nicht schlecht in solch einem Zeitraster zu arbeiten, aber es begrenzt eben auch sehr.
Fazit
Ich kenne nicht die Höherpreisigen Akai-Supersampler, mit denen sich wohl sehr viel genauer arbeiten lässt. Im Gegenteil - bisher habe ich ausschliesslich die LowBudget-Sampler genutzt, weil sie vollkommen ausreichend für meine Zwecke waren (eben Schichten von Sounds einzuspielen). Leider waren hier die begrenzen Samplezeiten immer ein Problem und das ist mit der SP-555 anders geworden.Aber wie gesagt, verstehe ich beim heutigen Stand der Technik nicht, warum das LoopCapture nicht ohne Breaks im Soundfluss funktioniert und umständlich die Samples über die CF Karte eingelesen werden müssen, wenn schon eine USB Verbindung und damit Integration zu Computersystemen besteht.
Übrigens gab es in der OS Version 1.2 des Samplers einen Bug bei der LoopCapture-Funktion, der durch ein System Upgrade via CF Karte behoben werden kann. (Aber bitte die korrekte Karte benutzen ;-))
Dies ist meine subjektive Meinung über den Sampler, nach einigen Tests.
Da ich keine Beats verwende, benötige ich auch nicht den bemängelten „Aushilfssequenzer“ und sonstige Rhythmusrelevante Einstellungen somit sind die unten verlinkten Meinungen für mich nicht relevant gewesen.
Mehr Links
- De-Bug Testbericht
- Testbericht auf Amazona.de
- Meinungen im Sequenzer.de Forum
- Roland SP-555 Productpage
- Roland SP-555 Upgrade
- Deutsche Produktseite




